1) Das Problem und das Kreuz
Was ist Sünde wirklich? Und warum ist das Kreuz Gottes Antwort? Entdecke, dass das Problem tiefer reicht als Verhalten und die Lösung weiter als Anstrengung.
Stell dir jemanden vor, der weit weg von zu Hause lebt. Nicht, weil er hinausgeworfen wurde, sondern weil er selbst gegangen ist. Mit der Zeit hat er den Weg zurück vergessen. Er hat sogar die Stimme des Vaters vergessen. So beschreibt die Bibel die Sünde: Sie ist nicht nur eine Liste falscher Dinge, die wir tun. Sie ist viel tiefer.
In dieser Lektion werden wir verstehen, was Sünde wirklich bedeutet, warum unsere besten Versuche das Problem nicht lösen und was Gott am Kreuz getan hat, um uns zurückzubringen.
Was ist Sünde eigentlich?
Wenn wir an Sünde denken, denken wir meist an Handlungen: lügen, stehlen, untreu sein. Doch die Bibel zeigt Sünde als etwas, das über Verhalten hinausgeht.
Was verursacht Sünde nach Jesaja 59:2 zwischen uns und Gott?
Beachte: Eine der schwersten Folgen der Sünde ist die Trennung. Unsere Missetaten scheiden uns von Gott. Genau das macht Sünde so ernst: Sie übertritt nicht nur Gottes Willen, sondern zerbricht auch die Beziehung zu ihm.
Lokale Übersetzung/Paraphrase nach der verifizierten portugiesischen Quelle: “Durch die Sünde wurden wir vom Leben Gottes getrennt. Unsere Seele ist wie gelähmt. … Das Bewusstsein der Sünde hat die Quellen des Lebens vergiftet.” — Ellen G. White, A Ciência do Bom Viver, p. 84, par. 4.
Was taten Adam und Eva, als sie nach der Sünde Gottes Stimme hörten?
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Der Bericht in Genesis ist aufschlussreich. Die erste Folge der Sünde war nicht Krankheit und auch nicht sofortiger Tod, sondern Angst und Abstand. Adam hörte Gottes Stimme und versteckte sich. Die Beziehung zerbrach vor jeder körperlichen Folge. So wirkt Sünde: Sie entfernt uns von Gott, und alles Weitere ist Folge dieser Entfernung.
Das Problem unserer “Lösungen”
Wenn Sünde Trennung von Gott ist, können wir das dann selbst lösen? Können unsere guten Taten eine Brücke zurück bauen?
Wenn wir alle gesündigt haben, gibt es etwas, das wir aus eigener Kraft tun können, um vor Gott gerecht zu werden?
Jesaja verwendet ein starkes Bild: Unsere Gerechtigkeiten, also unsere besten Versuche und nicht nur unsere Sünden, sind wie ein unreines Kleid. Das bedeutet nicht, dass gute Taten schlecht sind. Es bedeutet, dass sie keine Kraft haben, das Grundproblem zu lösen. Es ist, als wollte man eine schwere Krankheit mit einem Pflaster heilen.
Lokale Übersetzung/Paraphrase nach der verifizierten portugiesischen Quelle: “Alles, was wir aus uns selbst tun können, ist von Sünde verunreinigt. Aber der Sohn Gottes ist erschienen, um unsere Sünden wegzunehmen; und in ihm ist keine Sünde.” — Ellen G. White, Parábolas de Jesus, p. 167, par. 1.
Wie wird ein Mensch nach der Bibel vor Gott gerechtfertigt, also gerecht erklärt?
Paulus lässt keinen Zweifel: Wir werden durch Glauben gerechtfertigt. Rechtfertigung ist ein Geschenk, etwas, das wir empfangen, nicht etwas, das wir verdienen. Gott erklärt uns nicht wegen dessen gerecht, was wir getan haben, sondern wegen dessen, was Christus getan hat.
Das Kreuz: Liebe in Aktion
Wenn das Problem zu ernst ist, um es allein zu lösen, was hat Gott dann getan? Die Antwort steht am Kreuz.
Was offenbart das Kreuz über Gottes Liebe zu uns?
Das ist eine der verwandelndsten Wahrheiten der Bibel: Gott wartete nicht, bis wir besser wurden. Er wartete nicht, bis wir es verdienten. Christus starb für uns, als wir noch Sünder waren. Das Kreuz ist nicht die Geschichte eines wütenden Gottes, der erst überzeugt werden musste, uns zu vergeben. Es ist die Geschichte eines Gottes, der so sehr liebt, dass er das Kostbarste gab, was er hatte.
Rechtfertigung ist Gottes Handeln, den Sünder gerecht zu erklären, der an Christus glaubt. Sie ist keine Belohnung für Leistung, sondern ein Geschenk, das durch Glauben empfangen wird.
Was hat das Kreuz Christi für uns erwirkt?
Das Kreuz hat Versöhnung erwirkt: die Wiederherstellung der Beziehung, die die Sünde zerbrochen hatte. Es ist keine Schuld, die wir bezahlen müssen. Es ist keine zweite Chance, unseren Wert zu beweisen. Es ist die Brücke, die Gott gebaut hat, um uns wieder in seine Nähe zu bringen.
Lies aufmerksam: “So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.” Wenn du in Christus bist, musst du nicht unter Verdammnis leben. Deine Sicherheit ist in ihm, und der Weg geht im Glauben weiter.
Und jetzt?
Die erste Lektion dieses Studiums zeigt uns drei grundlegende Wahrheiten:
Sünde ist tiefer, als wir dachten; sie geht über Verhalten hinaus und ist eine wirkliche Trennung von Gott. Unsere Lösungen sind zerbrechlicher, als wir es gern hätten: Selbst unsere besten Werke bleiben unzureichend. Doch Gottes Liebe ist größer als all das. Am Kreuz hat er getan, was wir niemals für uns selbst tun konnten.
Die Frage ist jetzt nicht: “Was muss ich tun, um gerettet zu werden?” Die Frage lautet: “Nehme ich an, was bereits für mich getan wurde?”
Meine Entscheidung
Ich erkenne, dass die Sünde mich von Gott getrennt hat und dass keine eigene Anstrengung diese Beziehung wiederherstellen kann. Ich nehme an, dass Jesus am Kreuz für mich getan hat, was ich nicht tun konnte. Ich glaube, dass ich durch Glauben gerechtfertigt bin, nicht durch meine Werke, und ich möchte jeden Tag in dieser Gnade leben.