5) Gehorsam und das Gesetz
Ist Gehorsam Frucht oder Wurzel der Erlösung? Welche Rolle hat das Gesetz? Entdecke, dass Werke Ergebnis des Glaubens sind und dass das Gesetz Spiegel ist, keine Leiter zum Himmel.
Wenn die Erlösung durch Glauben und nicht durch Werke geschieht, wozu dienen dann Gehorsam, Gesetz und gute Werke? Können wir sie einfach ignorieren? Das ist eine der wichtigsten und am meisten missverstandenen Fragen des christlichen Lebens.
In dieser Lektion sehen wir, dass Gehorsam, Gesetz und Werke eine grundlegende Rolle haben. Aber nicht die, die viele denken. Die Reihenfolge macht den ganzen Unterschied.
Gehorsam: Frucht, nicht Wurzel
Viele Menschen leben das christliche Leben auf den Kopf gestellt: Sie versuchen zu gehorchen, um von Gott angenommen zu werden. Die Bibel lehrt das Gegenteil.
Was ist nach Jesus die richtige Motivation für Gehorsam?
Die Reihenfolge Jesu ist aufschlussreich: zuerst Liebe, dann Gehorsam. Nicht: “Gehorcht, damit ich euch liebe.” Sondern: “Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.” Die Liebe kommt zuerst. Gehorsam ist die natürliche Antwort dessen, der liebt. Er ist Frucht, nicht Wurzel.
Wie beschreibt die Bibel die Beziehung zwischen Liebe und Gesetz?
Paulus macht eine erstaunliche Aussage: “Die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes.” Wenn wir lieben, erfüllen wir das Gesetz auf natürliche Weise, ohne Legalismus und ohne den Versuch, Gottes Gunst zu kaufen. Und ergänzt, dass “seine Gebote nicht schwer sind.” Wer liebt, empfindet Gehorsam nicht als Last. Er ist Freude.
Lokale Übersetzung/Paraphrase nach der verifizierten portugiesischen Quelle: “Wahrer Gehorsam ist Ausdruck eines inneren Prinzips. Er entspringt der Liebe zur Gerechtigkeit, der Liebe zum Gesetz Gottes.” — Ellen G. White, Parábolas de Jesus, p. 43, par. 3.
Das Gesetz: Spiegel, keine Leiter
Wenn Gehorsam Frucht der Liebe ist, welche Funktion hat dann das Gesetz? Wozu gab Gott die Gebote?
Welche Funktion hat das Gesetz nach Paulus?
Das Gesetz ist wie ein Spiegel: Es zeigt den Schmutz, aber wäscht ihn nicht ab. Es zeigt die Sünde, aber entfernt sie nicht. sagt, dass Paulus die Begierde nicht erkannt hätte, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: “Du sollst nicht begehren.” Das Gesetz hat eine offenbarende Funktion: Es zeigt uns unsere Notwendigkeit eines Erlösers.
Womit vergleicht Jakobus den Menschen, der das Wort hört und nicht danach handelt?
Jakobus verwendet das Bild des Spiegels: Ein Mensch schaut hinein, sieht, wie er ist, und geht weg. Das Gesetz zeigt, wer wir sind. Aber beachte: Jakobus nennt es das “vollkommene Gesetz der Freiheit” (). Das Gesetz ist kein Gefängnis. Richtig verstanden ist es Wegweisung für ein freies Leben.
Hebt der Glaube das Gesetz auf?
Paulus nimmt den Einwand vorweg und antwortet entschieden: Der Glaube hebt das Gesetz nicht auf. Im Gegenteil, er bestätigt das Gesetz. Wenn wir durch Glauben und Liebe leben, erfüllen wir das Gesetz echter, als es jede legalistische Anstrengung je könnte.
Lokale Übersetzung/Paraphrase nach der verifizierten portugiesischen Quelle: “Das Gesetz Gottes ist der Spiegel, der den Menschen vollständig so widerspiegelt, wie er ist, und ihm das richtige Bild zeigt.” — Ellen G. White, Fé e Obras, p. 27, par. 2.
Werke: Ergebnis, nicht Ursache
Wenn wir durch Glauben gerettet werden, sind Werke dann nutzlos? Keineswegs. Aber wir müssen die richtige Reihenfolge verstehen.
Wozu wurden wir nach Epheser in Christus geschaffen?
Beachte die Reihenfolge in : Wir sind “sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken.” Die Werke sind der Zweck der neuen Schöpfung, nicht ihre Ursache. Gott rettet uns und befähigt uns dann, nach seinem Willen zu leben.
Wie erklärte Jesus die Beziehung zwischen Baum und Früchten?
Der gute Baum bringt gute Früchte. Nicht die Frucht macht den Baum gut, sondern der gute Baum bringt natürlich gute Früchte hervor. listet diese Früchte auf: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Beachte, dass es “Frucht des Geistes” heißt, nicht “Frucht menschlicher Anstrengung”.
Glaube ohne Werke ist...
Jakobus widerspricht Paulus nicht. Er ergänzt ihn. Glaube ohne Werke ist kein Glaube, sondern Theorie. Werke ohne Glauben sind kein Gehorsam, sondern Legalismus. Zusammen bilden Glaube und Werke ein stimmiges Ganzes: Wir glauben, und weil wir glauben, leben wir entsprechend.
Lokale Übersetzung/Paraphrase nach der verifizierten portugiesischen Quelle: “Werke werden uns niemals retten; es ist das Verdienst Christi, das zu unseren Gunsten wirksam sein wird.” — Ellen G. White, Fé e Obras, p. 42, par. 3.
Und jetzt?
Gehorsam entspringt dem Menschen, der bereits in Christus angenommen ist, statt Grundlage unserer Annahme vor Gott zu sein. Das Gesetz wirkt wie ein Spiegel, der unsere Notwendigkeit Christi offenbart, und nicht wie eine Leiter zum Himmel. So entstehen Werke als natürliche Frucht des Glaubens, fern davon, Ursache der Erlösung zu sein.
Gottes Einladung lautete nie: “Gehorche, um gerettet zu werden.” In Christus empfangen wir die Gnade, die uns zu Kindern Gottes macht; nun sind wir berufen, als seine Kinder zu leben.
Meine Entscheidung
Ich verstehe, dass Gehorsam Frucht der Liebe ist, nicht die Grundlage meiner Annahme vor Gott. Ich nehme an, dass das Gesetz mir meine Notwendigkeit Christi offenbart und dass gute Werke das natürliche Ergebnis eines Lebens des Glaubens sind. Ich möchte Gott aus Liebe gehorchen, nicht aus Angst.